EU AI Act für SEO-Agenturen: Rollen und Workflow
Praxis-Matrix für SEO-Agenturen: Briefings, Prompts, Daten, KI-Texte und Bilder, Kundenfreigabe, Vorfälle und Redaktionsnachweise.
EU AI ACT · AGENTUREN UND KUNDEN
In einer SEO-Agentur entsteht Risiko weniger durch das Wort „KI“ als durch unklare Grenzen zwischen Systemanbieter, Nutzer, Freigabe und öffentlicher Verantwortung. Vertrag, Briefing und Redaktionsprozess müssen dieselbe Geschichte erzählen.
Jede Leistung statt die Agentur pauschal einordnen
Eine Agentur kann Werkzeugnutzer, Betreiber eines konfigurierten Kundenworkflows oder Anbieter einer Lösung unter eigenem Namen sein. Die Rolle wird je System und Anwendungsfall bestimmt. Die Bezeichnung „KI-SEO“ entscheidet nicht über Anbieter- oder Betreiberrolle. [EU-REG] [EU-GPAI-G]
Das Mindestinventar trennt Recherche, die thematische SEO-Gruppierung, Entwürfe, Bilder, Übersetzung, Datenanalyse, Chatbot und automatisches Publizieren. Dokumentiert werden Anbieter, Daten, Ausgabe, Betroffene, Rechte, Freigabe sowie Empfehlung oder Aktionsausführung. [EU-DESK] [EU-LIT]
Das Briefing braucht KI-Grenzen
Neben Zielgruppe, Ziel und Ton legt das Briefing zulässige Quellen, verbotene Daten, Expertenaussagen, Erzeugung von Personen oder Marken, Automatisierungsgrad und Freigabepunkt fest. Der Kunde muss KI-Unterstützung und menschliche Entscheidung erkennen. [EU-LIT] [G-AI] [EDPB-28]
Personenbeziehbare Analytics, Supportgespräche, Leaddatenbanken oder vertrauliche Dokumente gehören nicht bloß zur „Personalisierung“ in Prompts. Der EU AI Act schafft keine DSGVO-Rechtsgrundlage. Zweck, Datenschutzrollen und Anbieterfluss sind vor Erstnutzung zu klären. [EDPB-28] [EU-REG]
Text und Bilder brauchen unterschiedliche Kontrollen
Bei Text sind Fakten, Quellen, Zitate, Suchintention, Erfahrung und redaktionelle Verantwortung zu prüfen. Bei Bildern kommen erkennbare Personen, Marken, geschützte Elemente, Realismus, Metadaten und Täuschungskontext hinzu. Ein internes „KI“-Label deckt nicht beide Prozesse ab. [EU-A50] [EU-A50-G] [G-AI]
Artikel 50 trennt technische Markierung und sichtbaren Hinweis und behandelt Chatbots, Deepfakes und bestimmte Texte öffentlichen Interesses unterschiedlich. Nicht jede KI-Hilfe braucht ein leeres Badge; oberflächliche Prüfung ist aber keine Ausrede. Der Test folgt dem Inhaltstyp, substanzielle Prüfung wird belegt. [EU-A50] [EU-A50-G]
Kundenfreigabe überträgt nicht jede Verantwortung
Der Kunde kann die endgültige redaktionelle Verantwortung tragen; die Agentur bleibt für Vertragszusagen, verarbeitete Daten und Leistungserbringung verantwortlich. Die Freigabeakte zeigt Systemausgabe, Agenturprüfung, offene Ausnahmen und Kundenfreigabe. [EU-A50] [EDPB-28]
Ein „OK“ beweist nicht, dass sensible Aussagen, Bilder oder Änderungen gesehen wurden. Änderungssummary, Quellen und Entscheidungspunkte sind vorzulegen. Automatisches Publizieren bleibt standardmäßig im Entwurf bis zur ausdrücklichen Freigabe. [G-AI] [EU-LIT]
Google bewertet Wert statt Werkzeug
Google sagt, generative KI könne Recherche und Struktur unterstützen; viele Seiten ohne Mehrwert können jedoch gegen die Richtlinie zu massenhaft erzeugten Inhalten verstoßen. Genauigkeit, Qualität und Relevanz gelten auch für Title, Beschreibung, strukturierte Daten und Alt-Texte. [G-AI] [G-SPAM]
Gemessen werden korrigierte Aussagen, abgelehnte Quellen, gestoppte Entwürfe, Prüfzeit, Fehler nach Veröffentlichung und Leistung hilfreicher Inhalte statt erzeugter Wörter. Gute Automatisierung reduziert Wiederholung und lässt Wahrheit, Positionierung und Risiko beim Menschen. [G-AI] [G-HELP] [EU-LIT]
Kunden-Agentur-Matrix in sechs Zeilen
Für jedes AYSA.RO-Projekt empfiehlt sich: Kunde genehmigt Zweck und sensible Quellen; Agentur wählt und inventarisiert Werkzeuge; Datenverantwortlicher erlaubt Zugriff; Redaktion prüft Inhalt und Metadaten; benannte Stelle genehmigt Veröffentlichung; beide Seiten folgen Vorfall- und Korrekturprozess. [EU-REG] [EU-LIT] [G-AI]
Der Vertrag regelt Nachvollziehbarkeit, Anbieteränderungen, Aufbewahrung, Korrektur, Zuständigkeit für Betroffenenanfragen und Exit. Keine pauschale „AI-Act-Compliance inklusive“. Versprochen werden beobachtbarer Prozess, Nachweise und Eskalation jenseits der Agenturkompetenz. [EU-DESK] [EU-REG] [EDPB-28]
Offizielle Quellen und Prüfdatum
- Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz
- Europäische Kommission — AI Act Service Desk und Compliance Checker
- Europäische Kommission — Fragen und Antworten zur KI-Kompetenz
- Europäische Kommission — Transparenzpflichten nach Artikel 50
- Europäische Kommission — Leitlinien zu Transparenzpflichten
- Europäischer Datenschutzausschuss — Stellungnahme 28/2024 zu KI-Modellen
- Google Search Central — Nutzung generativer KI-Inhalte
- Google Search Central — massenhaft erzeugte Inhalte und Spamrichtlinien
- Google Search Central — hilfreiche, verlässliche und nutzerorientierte Inhalte